Weihnachten. Ich. Freunde. Nichts.
by Emanuel-S
Tja, heute ist Weihnachten. Auch gerade festgestellt. Gefühl: null. Genervt: leicht. Ich muss wirklich sagen, dass mir die Konsumwelt der letzten Jahre Weihnachten gründlich versaut hat. Geschäfte, die schon Monate vorher Weihnachten verkitschen und verbrauchen, billiger Plastikweihnachtsschmuck aus China, TV-Werbung, die den Weihnachtsmann in den Dreck zieht und der übliche, allgemeine “Ich muss was schenken”-Wahnsinn.
Dieses Jahr feiere ich nicht wirklich. Eigentlich gar nicht. Das Einzige, was ich schenke, ist ein Geschenk für mich selber - der Abschluss mit der alten Zeit, dem privaten Alltags-Computer-Wahnsinn und dem “Ich muss das und das uns das und das und das tun und das und ….”. Ich schenke quasi mich mir selber. Und das tut gut. Ich weiß, es ist ein mickriges Geschenk und jemand anderer kann damit nichts anfangen, aber ich bin ja genügsam. Meine Umgebung kann insoferne vielleicht davon profitieren, weil meine Augenringe dadurch hoffentlich kleiner werden.
Und wie es so üblich ist, wünscht man sich auch immer was… aber was das ist, weiß ich ziemlich genau dieses Jahr. Das ist die Verbesserung der “Kommunikation” mit meinen entfernt lebenden Freunden. Mit Sonnenschein, Marygotchi, Anita und Mike. Zuviele Leerläufe, überdeckt von streßigen Tagen, Schreibmüdigkeit und der Entfremdung durch kurze Mails, Löchern von vielen Wochen und den unterschiedlichen Lebensweisen, Kulturen und Umgebungen. Die Zeit, die nicht da war durch den Alltagswahnsinn, die Risse und dunkle Stellen in jahrelange Freundschaften reißt und einen schalen Geschmack beifügt. Das ist das einzige und wichtigste für dieses Weihnachten, Jahreswechsel und das neue Jahr - ein neuer Geist und neue Frische.
Nach dem großen Abschluss des Minimalismus I - Projektes, das mit diesen Tagen zu Ende ging und mich zu einem neuen Menschen formt, folgt also Teil II. Freundschaft, Familie und Wohnen. Freundschaften wieder Leben einhauchen, Familien-Kommunikation schaffen, einen Ort zum erholsamen Wohnen schaffen. Nicht mehr und nichts anderes will ich… immerhin bin ich glücklich, dass der erste Teil nun hinter mir liegt. Einige graue Haare mehr, aber das war es wert!

Comments
ich finde das sehr weise, sich selbst ruhe und ein bissi privatleben zu schenken. ich habe immer wieder versucht, dass auf die ewigen “was wünscht dir denn zu weihnachten”-fragen zu antworten, aber die leut schauen einen halt verständnislos an, wenn man sagt “meine ruh!”.
muss man sich selber schenken