Emanuel-S Journal

Wien, Leben, Cafe und so weiter…
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Neu aus dem Kokon schlüpfen.

Nach mehr als 320 Einträgen wechsle ich das großzügige Design des Blogs auf was anderes. Nichts besonderes, sogar ein Standard-Template und vielleicht sogar noch mehr “Nichts”, aber irgendwie muss hier neuer, frischer Wind rein. So wie auch im gesamten Leben. Die letzten Wochen waren eine ganz schöne Schufterei - dafür “erstrahlt” das private Heimleben nun mit zwei Holztischen und Regalen aus unbehandeltem Holz. Billigst versteht sich, dennoch ist das Wohngefühl gleich völlig anders und vor allem: besser. Sinnvoller. Und gereinigt… mit Hinblick auf Muskelkater und Co. könnte man gefühlsmäßig von vielen Tonnen an altem Kram reden, der beiseite geschafft wurde oder wird und die Wohnung dabei leert und immer geräumiger macht - räumlich als auch mental gesehen.

Nichtssagende Worte für den Außenstehenden, aber ich denke, man muss nicht immer alles breit und ausführlich erklären. Ein etwas ruhigeres und dezenteres Design hier und etwas mehr Entspannung zuhause und mit lieben Freunden da. Die Grund-Essenz um weiterhin kreativ und zielstrebig zu bleiben, sonst versumpft man. Mehr gibt es gar nicht zu sagen, auch wenn sowieso gerade nichts gesagt wurde. Einzig: heute auf dem Weg in die Arbeit gab es ganz leicht für einen kurzen Moment den Hauch und Geruch von Frühling. Schön!

Das Ende der Freiheit

Schon länger kein Update mehr, das hat allerdings nichts mit dem Blog zu tun, sondern eher mit einem Frust an dem WorldWideWeb. Das allgemein genannte Internet ist für mich an einem Punkt angekommen, das seine eigenen Grenzen gesprengt hat… nicht zum besseren.

Ich darf mich glücklich schätzen, dass ich den Anfang der weltweiten Vernetzung miterleben durfte, eine Ära, bei der nur wenige Generationen teilhaben durften. Zum ersten Mal konnte und kann Information von A nach B innerhalb weniger Sekunden und weniger übermittelt werden. Online-Fullscreen-Filme sind oft schon gestochen scharf heute (vor allem seitdem Youtube HD & Co.-Unterstützung anbietet). Bilder online durchforsten, Video-Chats mit Freunden auf der anderen Seite der Erde, Einblicke in die Sraßen und das Leben anderer Städte und Kulturen mittels Google-Earth und -Street, Live-Übertragungen bei News, Katastrophen und vielem mehr… alles kein Problem mehr.

Die Zeiten sind vorbei, als es Tagen oder Wochen dauerte bis eine Postkutsche oder Reiter die neuesten Nachrichten in das Nachbarland übermittelte. Vorbei sind auch die Zeiten, als man einem alles über ein anderes Land erzählen konnte, Wahrheiten oder Märchen, heute genügt ein Blick auf Satellitenkarten oder Straßenaufzeichnungen, um sich den Chinesen oder den Strand ums Eck tatsächlich anzuschauen. Wenn man jemanden alles Gute zum Geburtstag wünscht, muss man nicht schon Tage oder Wochen im voraus eine Karte abschicken, sondern man schreibt das Mail noch am selben Tag oder Abend. Vorbei sind die Zeiten als man erst zuhause seine Schallplatten-Sammlung ausräumen konnte, heute kann ich über Last.Fm und ähnliches meine persönliche Musik an jedem Punkt der Erde jederzeit hören. Ich kann mir die neusten Fotos und Berichte und Emotionen meiner Freunde in anderen Ländern auf Facebook nahezu live durchlesen und mit Menschen in Kontakt treten, die ich sonst nie kennen lernen würde.

Großartig. Großartig war das alles.

Doch nach dem revolutionieren Anfang hat sich das weltweite Netz in den letzten Jahren radikal verändert - es wird brüchig - getrieben durch Unseriösität, Geldgier und Gutgläubigkeit - und zuvielen Features.

Man benötigt schon drei bis vier verschiedene Filter bei den Mails um alle Spams abzufangen, ohne Firewall und Virenschutz zu surfen ist elektronischer Selbstmord, man kann nur hoffen, dass man nicht zu einem der hunderten Bot-Netzwerken zählt, dass man sein Online-Banking auf der echten Seite durchführt und die Skype-Anfrage nicht wieder zu einer Porno-Seite führt. Man kann nur hoffen, dass man auf Facebook nicht wieder hunderte Statusmeldungen mit Farmville, Veranstaltungseinladungen und Herz-Geschenken bekommt.  Man muss hoffen, dass seine Identität aus den sozialen Profilen nicht zu Bestellungen von Online-Versandhäusern verwendet wird, dass man bei Online-Käufen nicht ein verstecktes Abo eingeht und das die Updates des Computers aus seriösen Quellen stammen und den Computer nicht lahm legen.

Bevor man ein Computer-Spiel spielen kann, muss man es erst auf drei Wege freischalten und aktivieren - wenn es denn klappt, darf Musik kaufen, die sich aber nur auf einem Gerät abspielen lässt, man muss sich darauf verlassen, dass Gmail und Co. nicht einfach von heute auf morgen ihren Dienst abdrehen so wie Lycos und das kostenlose Tool am Compi nicht bereits morgen Aktivierungspflichtig wird. Man benötigt Twitter-Facebook-Flickr-Gmail-Skype-Verknüpfungen und jetzt auch noch “Buzz” um überhaupt die Informationen erfassen zu können, soziale Netze ändern laufend ihre Layouts um noch mehr Features unterzubringen - die eigentlich keiner braucht.

Man mag mich nicht falsch verstehen - es klingt nach einem persönlichen Frust (ist es auch) - aber der Weg geht für mich in die falsche Richtung. Anscheinend versucht man weiterhin noch mehr und mehr Wege zu finden, die noch mehr Informationsmassen erzeugen… als endlich Wege, die die Informationen zusammenfassen, minimieren und sinnvoll bündeln. Im Idealfall bekommt man am Tag ein oder zwei Mails und in denen kann ich alles erfahren, was mich interessiert. Ich benötige nicht 5 Accounts, sondern einen einzigen für eine Seite, auf der ich alles griffbereit habe. Einen einheitlichen Standard für Online-Geschäfte, so dass die Bezahlung überall ident und sicher funktioniert. Und Programme sollten generell wieder mehr entschlackt werden, rudimentärer und sich wieder mehr auf ihre Kernaufgabe konzentrieren. Wunschdenken.

Das Netz ist “überfeatured” worden in den letzten Jahren. Und ein Mit- oder Nachdenken seitens der User findet kaum statt. Und solange alle Regierungen der Welt einer Überwachungsfunktion und Datenkontrolle nachlaufen, anstatt kleine, sinnvolle Gesetze zur Regulierung durchzusetzen und zu Standards zu etablieren, wird sich nichts bessern. Es verstrickt sich immer mehr und ist zu einem großen Beta-Internet geworden, wo alles probiert wird, aber keiner kümmert sich darum, ob es langfristig funktioniert.

Schon alleine das in der normalen Welt erst JETZT eine Regelung für die Vereinheitlichung von Ladegeräten von Handys gefunden wurde, zeigt wie verkorkst alles ist. Das WorldWideWeb ist davon nämlich noch weitere Lichtjahre entfernt - und das ist das Schlimme.

Das WorldWideWeb hat das Wort Freiheit neu definiert und Türen geöffnet, die einmalig in der Welt und der Zeitgeschichte sind, Menschen Informationen zugänglich gemacht, die ihr Sein und Leben neu überdenken und revolutionieren lässt - aber zeitgleich beginnt es an seiner eigenen Masse zu ersticken. Langsam, aber doch… Der Wildwuchs war und ist was geniales und kreatives und schafft neue Welten, aber es gibt zu viele schwarze Schafe, die alles ruinieren, überfrachten und Wege aufspalten.

Das weltweite Netz könnte ein schnelles, effizientes, sicheres, kreatives, abwechslungsreiches und informationsreiches - großartiges - Trägermedium sein, wenn nur alle am selben Strang ziehen würden. Aber es hat sich zu schnell entwickelt - schneller als die Mentalität, Kultur, Vertrauen und das Verständnis der Menschheit. Und nachdem das viele anders sehen werden - das hier ist meine persönliche Meinung aus meinem persönlichen Sichtfeld…

TIPTIPTITIPTUP

:grin: Aaaachhhh…. komischerweise vermisse ich plötzlich meinen Gameboy und SNES-Konsole. Es hat sowas von Nintendo-Style… warum auch immer. Nicht vergessen mit 480p abzuspielen. Respekt übrigens der Choreographie in einem Stück. Und wem ganz fad ist, der kann mal versuchen, einem der farbigen Höschen zu folgen… ist wie das “Hütchen-Spiel”: wo war nochmal das grüne oder das rosa Farbige? :grin:

Jesus is(s)t Schokolade.

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Wenn ich auflisten müsste, welche Lieder in meinem Leben nicht fehlen dürfen um den Alltag und Co. zu bestreiten, dann würde Tom Waits Jesus defintiv nicht fehlen. Vor vielen Jahren erstmals entdeckt - und bis heute weiterhin unangefochten ganz weit oben in meiner persönlichen Selektion.

C-Heads Magazine Ausgabe 19

Wir haben es geschafft - und unsere neueste Ausgabe “Issue 19″ veröffentlicht. Und da finden sich neben wohlbekannten Namen wie Sportfreunde Stiller, Franz Ferdinand oder Manfred Baumann auch wieder etliche kreative Fotostrecken, Illustrationen und Texte rund um Style, Trends und Fashion.

C-Heads Magazine

Und es wird spannend - durch meinen neuen privaten Alltag und dem neuen Jahr 2010 - und zudem auch noch die kommende, runde Geburtstagsausgabe Nummer 20 - wird sich in den nächsten Monaten sehr viel Neues bei C-Heads tun. Und ich freue mich schon sehr darauf… :grin: Zudem teste ich gerade im dazugehörigen Rahmen mit erstem Erfolg einen kleinen, eigenen Server, der mal als erster Testlauf den ganzen Jänner durchläuft und bei tatsächlichen Erfolg ab Februar bereits in der täglichen Produktion eingesetzt wird. Ein neues Gebiet und eine Mischung zwischen Windows und Linux - es ist und bleibt das ganze Projekt weiterhin sehr spannend!

www.c-heads.com